Andreas Brehmer

Novelle

Der leere Himmel

Am Rand eines spätherbstlichen Waldes beginnt für ein Kind eine Erfahrung, in der das Vertraute seine Selbstverständlichkeit verliert.

Werkangaben

Text
Andreas Brehmer
Gattung
Novelle
Ursprung
2017
Fassung
2026
Stand
21. August 2026

Aus der Novelle

Eine spätherbstliche Landschaft inmitten von Feldern.

Der Himmel ist grau und feucht. Dichter Nebel liegt über dem Land und läßt die Ferne verschwinden. Vereinzelt stehen knorrige, nackte Obstbäume darin, ihre schwarzen Äste verlieren sich im Grau. Der Boden ist aufgeweicht, auf dem Feldweg haben sich kleine Pfützen gesammelt.

Am Waldrand toben Kinder.

Schreien, Lachen, rote Wangen.

Ein Kind läuft zu ihnen. Es stellt sich dazu, schaut eine Weile zu, folgt dem Geschehen, läuft ein paar Schritte mit, bleibt wieder stehen.

Da, ein Huschen zwischen den Bäumen.

Das Kind schaut.

Was war denn das?

Zwischen Ästen und Zweigen ist nichts mehr zu sehen. Die anderen Kinder spielen weiter. Keines scheint etwas bemerkt zu haben.

Das Kind wartet.

Wieder eine Bewegung.

Neugierig, aber zögernd geht es näher. Ein paar Schritte nur, dann schlüpft es zwischen den Zweigen hindurch und folgt der Erscheinung tiefer in den Wald.

Der Boden ist naß und matschig. Laub klebt an den Stiefeln, bei jedem Schritt zieht der weiche Grund an den Sohlen. Die Stimmen der anderen Kinder werden leiser. Noch hört man ihr Lachen, einzelne Rufe, dann sind auch sie nur noch fernes Geräusch.

Das Kind bleibt stehen.

Es blinzelt.

Stille.

Eiskalter Wind fährt durch die Bäume. Das Kind zieht die Schultern hoch. Sein Atem bildet warme Wölkchen vor dem Gesicht, eine nach der anderen. Für einen Augenblick sieht es ihnen zu, wie sie entstehen und sich gleich wieder in der kalten Luft verlieren.

Dann schaut es weiter.

Vollständiges Manuskript auf Anfrage.

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